Investmentsteuerreform 2018: Es war kompliziert und es bleibt kompliziert!

Ab dem 1. Januar 2018 gibt es mal wieder eine Veränderung bei der Besteuerung — diesmal betrifft es die Erträge aus Publikumsfonds.

Meiner Meinung nach, handelt sich hierbei lediglich um eine aus der Not geborene Anpassung der deutschen Steuerregel um sie EU-konform zu gestalten. Ziel und Zweck ist es Haushaltsrisiken zu minimieren. In der Tat wäre eine Reform aufgrund verschiedener systemischer Schwächen der alten Regel wünschenswert. Aus meiner Sicht wird die Besteuerung für Privatanleger nicht einfacher – dafür aber intransparent. Besonders kritisch sehe ich den Wegfall des Bestandsschutzes. Auch wenn die Änderungen für den durchschnittlichen deutschen Privatanleger zunächst vermutlich kaum spürbar sein sollte, denn zumindest für Kleinanleger sieht es so aus, dass der hohe Freibetrag dafür sorgen sollte, dass unmittelbar keine besonderen steuerlichen Nachteile entstehen dürften. Der Wegfall des Bestandsschutzes bedeutet für Privatanleger jedoch ein Öffnen der Büchse der Pandora und wäre im privatwirtschaftlichen Bereich kaum denkbar. Häufig entscheiden Gerichte zu Gunsten von Privatanlegern, wenn bestehende Finanzverträge zu deren Nachteil verändert werden sollen. Ich befürchte, dass der Freibetrag im Nachgang sukzessive reduziert wird, bzw. dass der Bestandsschutz für andere Kapitalanlagen systematisch ausgehöhlt wird; und so entstehen dann doch Steuernachteile.

Da die private Altersvorsorge immer wichtiger wird, wäre z.B. folgende Reform für Kleinanleger wünschenswert gewesen: ein jährlicher Freibetrag von 10.000 EUR pro Person, bis zu dem Erträge steuerfrei bleiben und darüber hinaus eine einfache und einheitliche Steuerregel für alle Erträge. Das wäre eine echte Vereinfachung gewesen über die sich Kleinanleger freuen könnten.

Statements von Florian Haase und mir zur Investmentsteuerreform finden Sie im aktuellen Heft der procontra 04/2017.